abendrot haarweg 333

Es regnet. Kleine Eiswürfel fallen von den Wolken. Ich blicke aus dem Fenster meiner kleinen Containerwohnung. Manchmal ist meine Stimmung so eisig, dass kein Ton herauskommt, wenn ich versuchte zu schreien. Deshalb lass ich es bleiben. Hört eh keiner hier. Meine Geselligkeit schraube ich auf einen Nullpunkt und begegne meiner Ablenkungssucht. Die mich davon abhält zu lesen. Was ich lesen will. Will ich lesen? Was will ich? Ich bin froh um jeden Millimeter Willensfreiheit. Mir werden die Anstrengungen bewusst, die erforderlich sind um erfolgreich zu sein. Dann sehne ich mich nach Anordnung und Pflicht. Einfach nur gehorchen kann sehr befreiend sein. Links, rechts. Links, rechts. Saubermachen. Jawoll! Die Kunst des Krieges von Sun Tzu. Hörbuch. Ein Geschenk meines liebsten Feindes. Bringt mich auf abwegige Gedanken. Die Sonne kommt heraus. Zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. Erfreut sich an den Menschen. Sie trotzen dem Wetter. Die Hochspannungsleitung vor meinem Fenster braucht nicht zu trocknen. Die Wäsche schon. Die Lüftung im Nassraum begleitet jede Aktivität mit ihrem Rauschen. Außer beim Lesen und Schlafen. Da bring ich sie zum schweigen. Hier kreativ zu sein gleicht einer kleine Revolution. Manche verzieren ihre Türringe, andere ziehen Kräuter vor ihrer Tür. Hier wohnen keine Holländer. Die wohnen nebenan. In einem schönen, großen, roten Bauwerk. Die internationalen Studenten wohnen kurz vor dem Feld, in grauen Containerblöcken. Klare Trennung. Mit Zaun und Graben. Jetzt geh ich zu Freunden. Wir besuchen einen Flohmarkt und schauen uns dann eine Windmühle an, in der biologisches Getreide vermahlen wird. Jeij!!! Die Sonne macht den Tag.

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