admin on März 22nd, 2014

abendrot haarweg 333

Es regnet. Kleine Eiswürfel fallen von den Wolken. Ich blicke aus dem Fenster meiner kleinen Containerwohnung. Manchmal ist meine Stimmung so eisig, dass kein Ton herauskommt, wenn ich versuchte zu schreien. Deshalb lass ich es bleiben. Hört eh keiner hier. Meine Geselligkeit schraube ich auf einen Nullpunkt und begegne meiner Ablenkungssucht. Die mich davon abhält zu lesen. Was ich lesen will. Will ich lesen? Was will ich? Ich bin froh um jeden Millimeter Willensfreiheit. Mir werden die Anstrengungen bewusst, die erforderlich sind um erfolgreich zu sein. Dann sehne ich mich nach Anordnung und Pflicht. Einfach nur gehorchen kann sehr befreiend sein. Links, rechts. Links, rechts. Saubermachen. Jawoll! Die Kunst des Krieges von Sun Tzu. Hörbuch. Ein Geschenk meines liebsten Feindes. Bringt mich auf abwegige Gedanken. Die Sonne kommt heraus. Zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. Erfreut sich an den Menschen. Sie trotzen dem Wetter. Die Hochspannungsleitung vor meinem Fenster braucht nicht zu trocknen. Die Wäsche schon. Die Lüftung im Nassraum begleitet jede Aktivität mit ihrem Rauschen. Außer beim Lesen und Schlafen. Da bring ich sie zum schweigen. Hier kreativ zu sein gleicht einer kleine Revolution. Manche verzieren ihre Türringe, andere ziehen Kräuter vor ihrer Tür. Hier wohnen keine Holländer. Die wohnen nebenan. In einem schönen, großen, roten Bauwerk. Die internationalen Studenten wohnen kurz vor dem Feld, in grauen Containerblöcken. Klare Trennung. Mit Zaun und Graben. Jetzt geh ich zu Freunden. Wir besuchen einen Flohmarkt und schauen uns dann eine Windmühle an, in der biologisches Getreide vermahlen wird. Jeij!!! Die Sonne macht den Tag.

admin on März 14th, 2014

Meine ersten Tage in Wageningen…

Als ich aus dem Bus steige, dämmert es schon. Im Hintergrund sind die grauen Betonklötze auf dem flachen Feld zu erkennen. Der Campus ist eine Ansammlung verschiedenförmiger Gebäude, die allesamt auf ehemaligem Ackerland stehen. Große Kreise auf den Fassaden enthalten Worte, die beschreiben sollen, was darin geschieht. So ist LUMEN der Raum der mit Licht und Umweltwissenschaften erfüllt ist, RADIX und GAIA enthalten Forscher_innen die sich mit der Wurzel und ihrer Umgebung befassen und im FORUM spielt sich alles ab, was sonst keinen Raum findet. Hier ist auch die Hauptbibliothek, eine Mensa und zentrale Verwaltung. Hier bekomme ich nach drei Tagen meine Studentenkarte. Obwohl ich schon am ersten Tag hier war um das Foto zu machen, wird sie erst vor meinen Augen fertiggestellt. Scheint nicht so schwer zu sein. Endlich kann ich drucken, was ich für meine Masterarbeit lesen möchte. Doch halt: Vorher muss ich erst meine Bezahlkarte (es gibt 10 und 20 euro EinwegKarten) mit meinem Konto verbinden. Aufladen kann man Karten nur mit niederländischem Konto, was ich aber für meinen kurzen Aufenthalt als zu aufwändig erachte. Also heißt es Chipkarten kaufen und hoffen, dass diese nicht entsorgt sondern wieder aufgeladen werden. Gut, nachdem der IT-Service auch mein W-Lan Problem gelöst hat und ich nun mit der Studi-Karte Bücher ausleihen kann, fühle ich mich nun als vollwertiger WUR-Student.

Fietsen statt Latschen!

Warum Fietsen besser als Latschen sind ist keine forstwirtschaftliche Fragestellung. Jedenfalls kommt mensch mit dem Fahrrad (fiets) sehr schnell vorwärts und es ist auch das gängigste Fortbewegungsmittel hier. Fahrradstaus oder zumindest Anhäufungen an den Ampeln sind keine Seltenheit, während es auf der Straße für den motorisierten Personen- und lastenverkehr vergleichsmäße ruhig zugeht. Zumindest zu den Stoßzeiten ist das schon sehr beachtlich. Von dem Hauptgebäude, dem FORUM bis zu “meinem” Institut, dem Institut für Social Sciences sind es 5-10 Minuten, je nachdem. Gestern war es am späten Morgen noch so neblig, dass ich mich doch glatt verfahren bin und 15 Minuten brauchte. Alles sah anders aus als am Vortag. Da ich mir den Weg noch nicht so gut eingeprägt hatte, bin ich ein bissl in der Walachei herumgekurvt. Dabei stieß ich sogleich auf landwirtschaftliche Aktivitäten. Ich beobachtete wie ein Landwirt seinen viel zu großen Traktor und das viel zu große Güllefass auf eine viel zu kleine, eingezäunte Koppel schob, rückwärts. Er war so groß, dass das Gefährt gerade sechs mal auf die Fläche passt. Also tüchtig hin und wieder her, viel Boden verdichten ist nicht schwer! Am Vortag konnte ich  auch schon die kleingärtnerischen und -bäuerlichen Aktivitäten am Stadtrand bestaunen. Viel Grünkohl (boerenkool=Bauernkohl) steht da und ein paar SChafe und ERdäpfelackerle wo die aardappelen für das berühmte Stamppotten wachsen. Das kompt vom stampern der aardappelen (Stampfkartoffel) die dann mit zwiebeln (uien) und Karotten (wortelen) sowie boerenkool vermengt werden. dazu essen carnivore dann Wurst (Worst) oder Speckwürfel (spekblokjes). Also die Grundversorgung der Parzelleninhaber_innen scheint zum Teil gesichert zu sein.

Chesellich is de studentenleben!

Dass G gleich Ch ist, merkt mensch schnell. Es mutet fast tirolerisch an, aber nicht so hart. Geselligkeit ist hier jedenfalls kein Fremdwort. In meinen ersten drei Tagen bekomme ich zahlreiche Eindrücke, wie Studierende leben. In Drouvendal, gleich gegenüber vom Forum, leben Studierende in kleinen Häusern zu je sechs Personen in kleinen WGs, die ich mit meinen WG-Erfahrungen als eher eng bezeichnen würde. Unser Haus hält sich Hühner und es gibt eine Katze, Bio-Gemüse und Milch sowie Joghurt werden einmal wöchentlich abgeholt, bei einer Art Foodkoop. Gegenseitige Einladungen zu Abendveranstaltungen, Film schauen, gemeinsam Essen oder auch mal Feiern sind Bestandteil der Tagesordnung. Putzpläne funktionieren auch hier mal besser, mal schlecher ;-) Ich habe eine wunderbare Gastgeberin, die mir für die ersten Tage ihr Zimmer und Bett sowie ihr Fahrrad leiht. Danke Lena! Ich bekomme Hilfe und Tipps wo ich brauche und fühle mich sehr geborgen. Gestern hab ich mich gleich in den Kochplan eingetragen und für alle Linsencurry gekocht, um mich irgendwie erkenntlich zu zeigen. Eet schmakelijk! Ein freundliches Wiedersehen hatte ich auch mit Margot, bei der ich und Magdalena schon bei meinem ersten Besuch hier untergekommen sind. Gemeinsam mit ihren Mitbewohnern  führte sie mich in die niederländische Kochkunst ein und wir genossen einen geselligen Nachmittag in der Sonne auf ihrem Balkon, unweit des Rheinufers. Ich aß zum ersten mal Weißbrot mit Margarine und Hagelslag (richtig: Hachelslach ;) , das sind Schokostreusel, wie man sie sonst auf Torten oder Pralinen verwendet und Zuckerbrot (suiker brood), das fast so gut schmeckt, wie Reindling. Es rennt der Schmäh und eine kruid sigarettje geht herum. Tots straks van Wageningen ;-)

admin on November 26th, 2011

Gemeinsam Verantwortung tragen für eine selbstbestimmte Ernährung!

Seit einem Jahr gärtnert der Gärtnerhof Ochsenherz in Gänserndorf bei Wien gemeinsam mit 200 Menschen, größtenteils WienerInnen. Das Konzept Solidarische Landwirtschaft macht’s möglich!

Peter Lassnig, einer der sieben Gärtner von GeLa Ochsenherz, wollte schon immer ökologisch landwirtschaften, forschen und ernähren. Dabei legt er Wert auf eine große Sortenvielfalt, eigenes Saatgut und hofeigene Düngung. Außerdem wollte er die Menschen kennen, die sein Gemüse essen. Damit lag sein Landwirtschaftsbetrieb aber gar nicht im Trend. Obwohl die Markstände regelmäßig ausverkauft waren, ließ sich die arbeitsintensive und aufwändige Produktion nicht kostendeckend organisieren. Niedrige Löhne für die GärtnerInnen und relativ hohe Preise für die Kunden trotz Direktvermarktung ist keine gute Bilanz. Statt sich über Gemüse auszutauschen wurden am Marktstand Preise addiert und Geld gezählt. Da gingen die Beziehungen nicht über ein „Wie geht’s?“ hinaus.

Regelmäßige Arbeitsgruppentreffen, in denen sich KundInnen und GärtnerInnen austauschen haben ein gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Probleme und Herausforderungen geschaffen. Die Marktpreise wurden abgeschafft, stattdessen verpflichten sich alle 200 Mitglieder ihren regelmäßigen Solidar-Beitrag zur finanziellen Deckung ihres Ernteanteils zu bezahlen. Dieser wird von jedeR selbst eingeschätzt, je nach Einkommen, Gemüseverbrauch und aktiver Mitarbeit am Betrieb. Damit trägt JedeR mit am Ertrag und am Risiko der Landwirtschaft. So bleibt viel Zeit für Austausch zu Gemüse, Saatgut und Anbau bei der wöchentlichen Gemüseverteilung, die zunehmend von den Mitgliedern organisiert wird.

Solidarische Landwirtschaft ist also machbar. Von Wachsen spricht aber bei GeLa Ochsenherz niemensch. Begrüßt werden hingegen andere Initiativen, die die Ernährung in ihrer Region selbstbestimmt in die Hand nehmen wollen. Derzeit ist die Projektgruppe Gemüse-Werk-Stadt aktiv auf Landsuche in Wien. Sie wollen solidarische Landwirtschaft noch weiter ins Wiener Stadtgebiet holen. Darüber hinaus wollen sie einen Raum schaffen, wo selbstbestimmtes Arbeiten, offener Austausch und gemeinschaftlich leben und aktiv sein möglich ist. Bei Interesse mail an gemuesewerkstadt@riseup.net.

Der Autor Stephan Pabst ist Teil der Bewegung für Ernährungssouveränität – nyelenieurope.net

Links zu Solidarische Landwirtschaft weltweit – urgenci.net, in Deutschland – solidarische-landwirtschaft.org und in Österreich: /ochsenherz.at/csa

admin on Juni 26th, 2011

… Replik auf den Leitartikel “Die Schwäche der Regierenden – Europa bräuchte dringend Führung. Aber die fehlt.” von Stefan Winkler in der Kleinen Zeitung vom 24.06.2011.

Es ist soweit. Krise. Schwäche… Demokratie!


Seit Jahren und Jahrzenten schaffen es die politischen Eliten,gestärkt vom neoliberalen Turbokalpitalismus, die Menschen von ihren Produktionsmitteln fernzuhalten.

“Wer das Geld hat macht die Regeln” ist das Grundprinzip des kapitalistischen Systems, wie es Stronach so eingängig sagt. Gesetze und internationale Abkommen werden von den reichsten Firmen, Staaten und Personen nach Lust und Laune verdreht, während kleine Ladendiebe von PolizistInnen rücklings erschossen werden.

Gemeingüter, wie Wasser, Luft und Boden werden nach Herzenslust verschmutzt und auch hier gilt: Wer sichs leisten kann, greift zu und vertreibt lästige KleinbäuerInnen von ihrem Land oder böse Terroristen von den Ölquellen. Europa hat ihr Erfolgsmodell, den Imperialen Lebensstil erfolgreich in alle Teile der Welt verbreitet. Zivilisation und Demokratie haben für Vertreibungen, Ausrottungen und Unterknechtungen ein willkommenes Deckmäntelchen dargestellt.

Nun, hat sich Europa endlich sattgefressen?

Nein, stattdessen nährt sie sich an den Produktionsmitteln der Menschen anderer Kontinente, an Regenwald, Erzminen, Ackerfläche und Wasserquellen. Statt mit Ernährungssouveränität als Leitidee eine zukunftswürdige Lebensmittelversorgung am eigenen Kontinent zu fördern zerstört die produktivistische EU-Agrarpolitik auch noch die lokalen Lebensmittelmärkte des Südens. Dafür treibt sie die Preise für Lebensmittel der lokalen Bevölkerung, da auf den Ackerflächen für den Export Kaffee und Ananas, Agro-Sprit und Tierfutter angebaut werden. Wer daraus fliehen will und nicht verhungert gerät in die Fänge der Grenzschutzagentur Frontex. Frontex sorgt dafür, dass niemand aus diesen Ländern – ob politisch verfolgt oder nicht übers Mittelmeer kommt.

Es regt sich was im Süden.

Die Menschen Nordafrikas und Spaniens haben es satt. Basta Ya! Democracia Real Ya! Es reicht! Echte Demokratie jetzt! Hunderttausende Menschen aller Altersgruppen, Berufsgruppen und politischer Couleur gehen auf die Straßen, halten Versammlungen ab und nehmen die Bestimmung ihres Zusammenlebens selbst in die Hand.

Und was macht Österreich?

Österreich ruft nach einer starken Hand, einem “Kutscher Europas” wie Fürst Metternich schon bezeichnet wurde, der ganz Österreich unter staatspolizeilichen Terror stellte. Oder wollen Sie einfach, dass sich an der imperialistischen, menschenverachtenden Herrschaft der reichen Bildungseliten nichts ändert? Freiheit in der Wirtschaft statt im Bildungswesen ist das Paradigma der neoliberalen Wachstumsjünger. Gleichheit vor dem Gesetz, aber die Reichen sind gleicher. Menschenrechte nur dann, wenn es gerade passt.

Wie lange dauert es noch bis sich die Menschen in Österreich über diese Ungerechtigkeiten empören, sich ihrer Geschichte stellen und sich versammeln? Nicht nur am Wirtshaustisch, in jedem Dorf, in jeder Stadt. Einer oder eine allein macht keine Demokratie und schon gar nicht am Kutschbock oder auf der Kanzel. Wenn das Volk herrscht, dann sind die Plätze voller Menschen und sie sehen sich gegenseitig an,  hören einander zu und sagen, was sie wirklich wollen.

Die Schwäche der Regierenden ist unsere Stärke. Jetzt. Bevor es zu spät ist.

>>> empfehlenswerter Artikel zu dem Thema: Der autoritäre Krisenstaat. Die oberflächlichen und unterschwelligen Faktoren einer Alternative

„Wir haben beschlossen, die klassische Trennung von Konsumierenden und Produzierenden aufzuheben und sind dabei, eine gemeinsam getragene Kulturform, die sozial verträgliche Landwirtschaft möglich macht, zu entwickeln.“ steht selbstbewusst im Faltblatt des Gärtnerhof Ochsenherz bei Wien, wo seit diesem Jahr solidarisch gelandwirtschaftet wird. Warum eigentlich?

Die Frage, welche Maßstäbe bei Qualität, Herkunft und Arbeitsbedingungen von Lebensmitteln angelegt werden sollen, wird von Handel, Supermärkten und Politik gerne an „die Konsument*innen“ abgewälzt.

Warum aber sollten wir abwarten, dass sich die von uns als Politik-Konsumierende gewählten Politiken und das von uns als Markt-Konsumierenden an den Tag gelegte Kaufverhalten, endlich auf ein sozial gerechtes und ökologisch nachhaltiges Lebensmittel und Agrarsystem auswirken? Wir sind nicht von vorne herein Konsument*innen, sondern Menschen, deren Freiheit wiederum Zwängen ausgesetzt ist, die unsere Entscheidungen erschweren – Einkommen, Zeitdruck, soziales Umfeld, Manipulation durch Werbung und Angebot etc. Das macht uns erst zu Konsument*innen.

In der bestehenden Wertschöpfungskette nimmt der Handel die Rolle einer Elite von Entscheidungsträger*innen ein – bildhaft gesprochen stellt er die Enge einer Sanduhr dar, in der die Ressourcen – Produktionsmittel oder Lebenszeit – wie der Sand von der Masse der Produzierenden zu den Verbrauchenden bzw. umgekehrt geschleust wird. Der Sand wird in diesem System durch Geld als Tauschmittel ersetzt.

Im Supermarkt bestimmen wir, welches Produkt in unseren Einkaufswagen kommt und wie wir es zubereiten und verzehren. Der Handelskonzern wiederum richtet sich nach den größtmöglichen Gewinnen, die er für gewisse Produkte bekommt. Sind es vermehrt Bio- und Fairtrade-Produkte, die umgesetzt würden, reagiert die Geschäftsleitung auch hier mit geringeren Produzent*innenpreisen und höheren Verbraucher*innenpreisen, um die Gewinnspanne möglichst groß zu halten. Das erhöht einerseits den Druck auf die Verbraucher*innen, die ja ein Mehr an Lebenszeit verkaufen müssen um höhere Produktpreise in Kauf nehmen zu können. Andererseits erhöht es den Druck auf die Produzent*innen, die Bäuerinnen und Bauern, die ihre Produktionen spezialisieren, die Löhne der Landarbeiter*innen senken und die Betriebsmittelwahl weniger an der Qualität und wieder mehr an den Kosten orientieren müssen. Vielfältige Bauernhöfe sind längst nicht mehr konkurrenzfähig wenn sie für Großhändler oder Supermärkte produzieren.

Beziehungen erfahren statt Abhängigkeiten (re)produzieren

Solidarische Landwirtschaft stellt eine Möglichkeit dar, wie die Versorgung mit Lebensmitteln so gestaltet werden kann, dass sie für alle leistbar sind. Sie ist aber auch ein wichtiger Schritt zu mehr Demokratie und raus aus der Passivität.

Ein Treffen der Arbeitsgruppe „gemeinsam landwirtschaften“ kurz ge_la, das ich vergangenen Sommer miterleben durfte, fand in einer liebevoll begrünten Souterrainwohnung im 14. Bezirk statt. Die „Konsumierenden“ des Gärtnerhof Ochsenherz wollen sich nicht mehr als stille Gemüseempfangende verstanden wissen. Vielmehr wollen sie miteinander lernen, gemeinsame Lösungen für die Probleme des Gärtnerhofes zu finden und „einen dynamischen Prozess des Gebens und Nehmens entwickeln“.

„Als wir uns zum ersten Mal ohne die Menschen vom Gärtnerhof getroffen haben, ist uns bewusst geworden, dass sie in ihrer Existenz auf uns angewiesen sind – damit wurde auch klar, dass wir aktiv werden müssen, wenn wir weiterhin dieses Gemüse essen wollen.“ stellt Eva H. fest.

Gemeinsam Verantwortung tragen für eine selbstbestimmte Ernährung!

Solidarische Landwirtschaft orientiert sich am Konzept der Ernährungssouveränität bzw. Ernährungsautonomie und möchte allen Menschen den Zugang zu qualitativ hochwertiger, kulturell angepasster und ökologisch produzierter Nahrung ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet sie für viele Bäuerinnen und Bauern erst die Möglichkeit eine vielfältige Produktion von Lebensmitteln aufrecht zu erhalten oder überhaupt neu zu beginnen.

Im Unterschied zur sozial selektiven Preisgestaltung, die uns im Supermarkt oder beim Bio-Kistl offen steht, zahlen bei der solidarischen Landwirtschaft alle soviel sie können – unabhängig davon, wieviel sie verbrauchen. Produkt und Preis sind so voneinander entkoppelt. Das gemeinsame Ziel von Essenden und denen die es herstellen, ist es einen Landwirtschaftsbetrieb zu erhalten, damit er genug Lebensmittel für alle Mitglieder bereitstellen kann. Diese Gemeinschaft trägt die Grundbedürfnisse der Menschen, die ihr erfahrenes Wissen einsetzen, um Lebensmittel zu kultivieren. Sie sorgt für finanzielle Sicherheit und kümmert sich um die Verteilung der Produkte. Nebenbei werden auch – für sozialen Frieden essentielle – Grundbedürfnisse befriedigt, die über Essen und Wohnen hinausgehen und in dieser Form nicht käuflich sind: gegenseitige Aufmerksamkeit, Geborgenheit, Sicherheit etc.

CSA ist sicher keine Lösung für alle Probleme der Gesellschaft, aber eine Form, wie ein gemeinsamer Lernprozess aussehen kann, in dem sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen wiederfinden: Junge und Alte, Politisch aktive und passive Menschen, Stadt- und Landbewohner*innen, Bäuer*innen, Arbeiter*innen, Akademiker*innen etc. Kurzum: Alle die essen, können ihre Ernährung selbst bestimmen und essen müssen alle.

Ernährungssouveränität jetzt!

Was brauche ich für solidarische Landwirtschaft?

  • Essende: Eine bunte Gruppe von Esser*innen, denen Gütesiegel und 3+1 Plastikverpackungen zum Hals heraus hängen, die aber Qualität schätzen und wissen, wie ein Kochtopf zu bedienen ist.
  • Kultivierende: Eine Hand voll Menschen, die ihr gärtnerisches Geschick für einen gesunden Boden, gesunde Pflanzen und gesunde Menschen einsetzen wollen, ohne dabei auf ein gutes Leben verzichten zu müssen.
  • Land: Einen großen Garten, einen Bauernhof oder eine Gärtnerei mit Raum für Menschen, die gemeinsam landwirtschaften wollen.

Wie geht solidarische Landwirtschaft?

Die Esser*innen übernehmen die laufenden Kosten für das Land und den Betrieb durch Vorfinanzierung. Im Gegenzug verpflichten sich die Kultivierenden die Essenden ganzjährig mit qualitätsvollen Erzeugnissen in Form von Ernteanteilen zu versorgen. Zusammen bilden sie eine Wirtschaftsgemeinschaft, in der die Ernte, die Freude am gemeinsamen Tun aber auch das Risiko von Missernten gemeinsam getragen werden.

Die Wurzeln solidarischer Landwirtschaft?

Solidarische Landwirtschaft hat ihren Ursprung in der biologisch-dynamischen Bewegung und folgt Impulsen aus der Soziallehre des Anthroposophen Rudolf Steiner. Traugher Groh entwickelte in den USA das Konzept Community Supported Agriculture (CSA), das sich in Frankreich, der Schweiz und seinem Herkunftsland Deutschland bereits erfolgreich verbreitet. In Japan entwickelte sich unabhängig das sehr ähnliche Teikei-Modell.

Buchempfehlungen:

R. Steiner (1917) Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft.

E. Henderson und R. Van En (2007) Sharing the Harvest: A Citizen’s Guide to Community Supported Agriculture.

T. Lyson (2004) Civic Agriculture – Reconnecting Farm, Food, and Community.

Links:

Weltweites Netzwerk für Solidarische Landwirtschaft: http://www.urgenci.net

Die jüngste http://www.gartencoop.org und älteste http://www.buschberghof.de

Solidarlandwirtschaft in D – http://solidarische-landwirtschaft.org

Gemeinsam Landwirtschaften in Ö: http://ochsenherz.at

admin on April 29th, 2011

Ich bin allein, verdammt einsam –

manchmal hab’ ich das Gefühl umgeben von Stäben zu sein,
von denen sich nur wenige nicht abgeschreckt fühlen …

An der Supermarktkasse finde ich mich vor einer Schleuse wieder, die mich nach einer fließbandmäßigen Abfertigung in die Freiheit entlässt. In die Freiheit? Was ist das für eine Freiheit, solange in den Regalen Lebensmittel liegen aus ausbeuterischen Verhältnissen, von landwirtschaftlichen MigrationssklavInnen geerntet, in Verarbeitungshallen verpackt und mit Strichcodes versehen? Als Sinnbild für dieses Gefängnis starrt mich dieser Stempel der Wahlfreiheit unentwegt an. Jedes Produkt, das zum Leben dienen soll, trägt ihn.

Wer drückt den Lebensmitteln diesen Stempel auf?

Sind es die BäuerInnen, die sich immer weiter spezialisieren, ihre Produktion industrialisieren und sich selbst letzten Endes zu FließbandarbeiterInnen einer Rohstoffmaschine degradieren? Oder sind es die ErntearbeiterInnen, die sich unter widrigen Bedingungen als unterbezahlte und illegalisierte WanderarbeiterInnen und SaisonarbeiterInnen verdingen um sich und ihren Familien ein Leben in Armut zu erarbeiten? Oder sind es die VerarbeiterInnen und PackerInnen, die in geschlossenen Hallen bei künstlichem Licht tatsächlich dafür sorgen, dass die Gitterstäbe des Strichcodes auf den Produkten landen, die ihnen im Supermarkt wieder angeboten werden, wofür sie arbeiten um sich zu ernähren und sich eine Wohnung im Häuserblock leisten zu können …

Oder sind es die Menschen, die im Supermarkt arbeiten, die FilialleiterInnen und LagerarbeiterInnen, die KassiererInnen und RegalschlichterInnen, deren Arbeitsalltag durch diesen Strichcode enorm erleichtert wird, weil die Logistik und der Einkauf gänzlich hinter der Kulisse des Supermarktes stattfindet. Weil nur noch der Importeur wirklich einen Überblick über die Mengen und Produkte hat, die tonnenweise, im Laufe eines Tages, begleitet von tausenden von „Blieps“ über die Ladentische gezogen werden, von unterbezahlten und in Überstunden schuftenden KassiererInnen, die mit Ringen unter den Augen noch nicht einmal mehr fragen zu brauchen „Darf’s ein bissl mehr sein?“ weil sie das gar nicht entscheiden können. Trotzdem lächeln sie – freundlich und geschäftsfördernd.

Glaubst du lächeln sie auch, wenn sie die Überreste eines Verkaufstages, die 100en Kilo reduzierten Brotes, die 100en Kilo reifer Bananen und die 100en Kilo Salat, Tomaten und Paprika, in die LandarbeiterInnen 1000e Liter von Erdöl und Arbeit gepumpt haben, die von ErntearbeiterInnen unter Plastik und Giftnebel gepflückt wurden, die in Lagerhallen gereift und begast und in Verpackungsstationen gebündelt und gestempelt wurden und nach langen Transporten mit dem Schiff, Flugzeug oder LKW endlich nach mehreren Kühllagern im Regal gelandet sind, ohne jemals das Tor zur Freiheit, die Schleuse der Kassa-Fließbänder mit einem „Bliep“, vom gequälten Lächeln einer/s Kassaangestellten begleitet, ins Leben passieren zu dürfen, einfach in den Müll werfen? Unerwünscht. Überflüssig. In einer Welt in der Milliarden hungern. Milliarden Überflüssige?

Ich kann mir den Weg durch die Schleuse nicht leisten.

Ich entferne die Gitterstäbe des Strichcodes und breche aus – in ein schöneres, freieres Leben.

Solange es Menschen gibt, die darin gefangen sind, sind wir nicht frei.

MAYDAY! Kämpfen wir für ein schönes Leben!

Am 1. Mai 2011 wird es die 5. MAYDAY-Parade in Wien geben, um die Kämpfe der prekär Arbeitenden für ein gutes Leben zu verbinden und voranzutreiben. Startpunkt: 14 Uhr, Wallensteinplatz, 1200 Wien

Prekär Kämpfen! Prekär Tanzen!

http://mayday.prekaer.at

admin on November 18th, 2010

In der EU-Agrarpolitik ist die Wettbewerbsfähigkeit oberstes Ziel. Das Konzept der Ernährungssouveränität dagegen stellt das Menschenrecht auf Nahrungin den Mittelpunkt.

Wer bestimmt, wie viel Unterstützungszahlungen für die Erhaltung der Sortenvielfalt, nachhaltig erzeugtes Gemüse und lebenswerte Landschaften vergeben werden? Seit 2009 ist dies nicht mehr nur eine Frage der EU-LandwirtschaftsministerInnen. Bis 2009 wurden die dazugehörigen Gesetze lediglich zwischen Ministerrat und EU-Kommission hin und her geschoben und das EU-Parlament, durfte Stellungnahmen abgeben, die gerne im Rundordner verschwanden. Damit ist jetzt Schluss: Der Vertrag von Lissabon sieht vor, dass das EU-Parlament in Agrarfragen gesetzgebende Macht bekommt. Für Österreich sitzt – als einzige Vertreterin – die Bauernbund-Funktionärin Elisabeth Köstinger im Ausschuss für Agrarfragen.

Warum GAP-Reform?

Der Weltagrarbericht von 2008, der von der Weltbank initiiert und von den Vereinten Nationen in Auftrag gegeben wurde, kommt zu folgendem Ergebnis:

Es bedarf eines radikalen und systematischen Wandels in der landwirtschaftlichen Forschung, Entwicklung und Praxis, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zusein. […]. Die industrielle Landwirtschaft in ihrer heutigen Form hat keine Zukunft. Nicht Hightech und Gentechnik, sondern lokale Vielfalt und regional angepasste Anbaumethoden bäuerlicher Landwirtschaft können die Welt ernähren. Gefordert wird die Entwicklung einer neuen Agrarökologie, einer regionalen Kreislaufwirtschaft und die Aufwertung des lokalen Erfahrungswissens.

Wir bestimmen!

Am 18. November präsentierte die EU-Kommission ihre Optionen für die Zukunft der GAP. Kommissionspräsident Ciolos hatte die EU-BürgerInnen zum öffentlichen Diskurs aufgerufen. Jetzt ist das EU-Parlament gefragt, eine Stellungnahme abzugeben – wieder eine Chance für die Öffentlichkeit der Nationalstaaten die Weichenstellung der Agrarpolitik mitzubestimmen. Mitte 2011 soll ein Gesetzesentwurf für die Neuordnung der europäischen Agrarpolitik aufliegen.

Zeit zu Handeln!

Es wurden von zahlreichen Organisationen Vorschläge und Petitionen für eine neue GAP eingebracht. EineAgrarreform ist nicht genug. Es braucht Beispiele für ökologisch und sozial verträgliche Landwirtschaft, die einer emanzipierten und souveränen Gesellschaft gerecht werden: Hofkollektive, Community Supported Agriculture, Regionale ErzeugerInnen-VerbraucherInnen-Initiativen, die Regionalwert-AG etc. sind nur wenige Beispiele, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung aussehen kann. Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht, das wir uns weder von den Freihandelsdogmen der WTO noch von den Profitinteressen der Nahrungsmittel- und Agrarkonzerne entreißen lassen dürfen. Wir sind gefordert Ernährungssouveränität wahr zu nehmen und im Sinne einer solidarischen Gesellschaft die Produktion, Verteilung und Verarbeitung von Lebensmitteln als mündige Menschen zu gestalten.

E-Mail: stephan.pabst@unkontrollierbar.org

Links:

http://www.europeanfooddeclaration.org

http://www.nyeleni.org

http://www.epfs.eu

http://www.weltagrarbericht.de

http://www.etcgroup.org

grarpolitik nach 2013

In der EU-Agrarpolitik ist die Wettbewerbsfähigkeit oberstes Ziel. Das Konzept der Ernährungssouveränität dagegen stellt das Menschenrecht auf Nahrungin den Mittelpunkt

Autor: Stephan Pabst

Wer bestimmt, wie viel Unterstützungszahlungen für die Erhaltung der Sortenvielfalt, nachhaltig erzeugtes Gemüse und lebenswerte Landschaften vergeben werden? Seit 2009 ist dies nicht mehr nur eine Frage der EU-LandwirtschaftsministerInnen. . Bis 2009 wurden die dazugehörigen Gesetze lediglich zwischen Ministerrat und EU-Kommission hin und her geschoben und das EU-Parlament, durfte Stellungnahmen abgeben, die gerne im Rundordner verschwanden. Damit ist jetzt Schluss: Der Vertrag von Lissabon sieht vor, dass das EU-Parlament in Agrarfragen gesetzgebende Macht bekommt. Für Österreich sitzt – als einzige Vertreterin – die Bauernbund-Funktionärin Elisabeth Köstinger im Ausschuss für Agrarfragen.

Warum GAP-Reform?

Der Weltagrarbericht von 2008, der von der Weltbank initiiert und von den Vereinten Nationen in Auftrag gegeben wurde, kommt zu folgendem Ergebnis:

Es bedarf eines radikalen und systematischen Wandels in der landwirtschaftlichen Forschung, Entwicklung und Praxis, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zusein. […]. Die industrielle Landwirtschaft in ihrer heutigen Form hat keine Zukunft. Nicht Hightech und Gentechnik, sondern lokale Vielfalt und regional angepasste Anbaumethoden bäuerlicher Landwirtschaft können die Welt ernähren. Gefordert wird die Entwicklung einer neuen Agrarökologie, einer regionalen Kreislaufwirtschaft und die Aufwertung des lokalen Erfahrungswissens.

Wir bestimmen!

Am 18. November präsentierte die EU-Kommission ihre Optionen für die Zukunft der GAP. Kommissionspräsident Ciolos hatte die EU-BürgerInnen zum öffentlichen Diskurs aufgerufen). Jetzt ist das EU-Parlament gefragt, eine Stellungnahme abzugeben – wieder eine Chance für die Öffentlichkeit der Nationalstaaten die Weichenstellung der Agrarpolitik mitzubestimmen. Mitte 2011 soll ein Gesetzesentwurf für die Neuordnung der europäischen Agrarpolitik aufliegen.

Zeit zu Handeln!

Es wurden von zahlreichen Organisationen Vorschläge und Petitionen für eine neue GAP eingebracht. . EineAgrarreform ist nicht genug. Es braucht Beispiele für ökologisch und sozial verträgliche Landwirtschaft, die einer emanzipierten und souveränen Gesellschaft gerecht werden: Hofkollektive, Community Supported Agriculture, Regionale ErzeugerInnen-VerbraucherInnen-Initiativen, die Regionalwert-AG etc. sind nur wenige Beispiele, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung aussehen kann. Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht, das wir uns weder von den Freihandelsdogmen der WTO noch von den Profitinteressen der Nahrungsmittel- und Agrarkonzerne entreißen lassen dürfen. Wir sind gefordert Ernährungssouveränität wahr zu nehmen und im Sinne einer solidarischen Gesellschaft die Produktion, Verteilung und Verarbeitung von Lebensmitteln als mündige Menschen zu gestalten.

Kontakt

E-Mail: stephan.pabst@unkontrollierbar.org

Links:

http://www.europeanfooddeclaration.org

http://www.nyeleni.org

http://www.epfs.eu

http://www.weltagrarbericht.de

http://www.etcgroup.org

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Was essen wir 2020?

Hier findet ihr die Stationen und  das Tourtagebuch!

admin on Juni 23rd, 2010

GAP-Reform:  Die europäische Agrarpolitik nach 2013 – Jetzt sind wir gefragt!

Ausführlicher Bericht unter http://bauern.gruene.at

Auftakt zur öffentlichen Debatte in Österreich

Am Montag lud der Grüne Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber ins Parlament um mit interessierten BäuerInnen, AgrarvertreterInnen, WissenschaftlerInnen und KonsumentInnen die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 zu diskutieren. Professor Hofreither (BOKU) zeigte im Expertenreferat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf, die derzeit den industriellen Großbetrieben (in Österreich sind das v.a. Red Bull und Rauch) zugute kommen, statt ökologisch und sozial vertretbare Agri-Kultur zu fördern.

Wir bestimmen die zukünftige Agrarpolitik!

Bis Mitte November soll die EU-Komission ihre Vorstellungen von der GAP präsentieren. Komissionspräsident Ciolos hatte ja zum öffentlichen Diskurs aufgerufen. Danach ist das europäische Parlament gefragt seine Stellungnahme abzugeben – wieder eine Chance für die Öffentlichkeit der Nationalstaaten die Weichenstellung der Agrarpolitik mitzubestimmen. Bis 2012 soll dann ein GEsetzesentwurf für die Neuordnung der eropäischen Agrarpolitik aufliegen. Wird dieser eine Landwirtschaft fördern, die sozial und ökologisch vertretbar ist? Dank dem Lissabonvertrag kann die Öffentlichkeit über das Europäische Parlament endlich mitbestimmen.

Agri-Kultur fördern statt Wettbewerbsfähigkeit

Nur durch ein starkes Signal aus den Mitgliedsstaaten kann eine Agrarpolitik gemacht werden, die vor allem nachhaltig wirtschaftende Betriebe, die sich für Biodiversität, lokale Vermarktung und Landschaftspflege einsetzen, fördert. Betriebe, die gerade mal die gesetzlichen Mindeststandards einhalten und rein profitorientiert wirtschaften (wie Red Bull und Rauch) sollen gar keine Förderungen bekommen. Die Kosten einer konventionellen, auf nicht erneuerbaren Ressourcen aufbauenden Landbewirtschaftung, sollen sich zukünftig in den Preisen widerspiegeln, anstatt das Gesundheitssystem und Umweltprogramme und damit die Steuerzahlenden zu belasten.

Wie gehts weiter?

An der BOKU möchten wir im Herbst die Diskussion zur GAP nach 2013 eröffnen und alle dazu einladen sich zu beteiligen. Wenn du Interesse hast dich an der Organisation der Diskussion und einer anschließenden Ringvorlesung zu beteiligen, melde dich bei stephan.pabst <ät> unkontrollierbar.at

Die Initiative BOKU-Gentechnik-Diskurs möchte einen Anstoß geben um auf einer breiten Basis

eine Diskussion über die Rolle der Gentechnik an der BOKU anzuregen.

Dazu wurde ein offener Brief an Rektor Gerzabek verfasst und von zahlreichen UnterstützerInnen  unterschrieben (Unterschriftenliste).
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Hier der Antwortbrief des Rektorats vom November 2010:

Zum Nachlesen:
* der titelseitige “Skandal-Artikel” in der Presse.
* journalistisch etwas seriöser
im Kurier.

Zur Info:

*Glößl ist Vorstandsmitglied von dialog<>gentechnik
*Glößl ist seit 1. Februar 2010 Vizerektor f. Forschung an der BOKU

Aktuelle Entwicklungen können auf der Mailingliste des BOKU-Gentechnik-Diskurs nachgelesen werden.

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